68 Follower
8 Ich folge
theschlonz

theschlonz

Ich lese gerade

The Stranger
Harlan Coben
Die Kinder des Saturn
Charles Stross
The Dragon Reborn
Robert Jordan
Spoileralarm

Zeitreise in die Seele

Replay - Das zweite Spiel: Roman - Mit einem Vorwort von John Grant (German Edition) - Ken Grimwood

Da wo Science Fiction draufsteht ist NICHT immer Science Fiction drin.

 

Inhalt: Wer träumt nicht davon, sein Leben nochmals zu leben, mit allen Erinnerungen und Erfahrungen die man schon angesammelt hat. Für den Hauptdarsteller dieses Buches erfüllt sich dieser Traum, allerdings öfters als er will.
Nach einem Herzinfarkt mit 45 erwacht Jeff Winston in seinem 20 Jahre alten Körper zu der entsprechenden Zeit. Nach anfänglichem Unglauben beschließt er sein Leben dieses Mal in die richtige Richtung zu lenken und alles besser zu machen als beim ersten Mal. Allerdings ist das gar nicht so einfach und leider auch nicht von Bestand.

 

Meine Meinung: (Spoilergefahr)Auch wenn die Idee, die dem Roman zugrunde liegt und das Cover des Buches einen Science Fiction Roman versprechen, sollte man trotzdem keinen erwarten. In kurzen Episoden werden aus den 25 Jahren die Jeff (immer wieder) neu erlebt die wegweisenden Erlebnisse des jeweiligen Replays erzählt. Der Autor beweist dabei sehr viel Fantasy und gestaltet die einzelnen Durchläufe sehr unterschiedlich und abwechslungsreich. Auch die emotionale Grundeinstellung von Jeff kommt dabei sehr gut zur Geltung und macht eigentlich auch den wesentlichen Teil des Buches aus.
Die Frage warum die „Zeitreisen“ überhaupt stattfinden gerät dabei zur Nebensächlichkeit. Man sollte daher auch keine Auslösung erwarten.
Obwohl ich einen Science Fiction Roman erwartet habe und dieses Buch davon wirklich Meilenweit entfernt ist war ich selten in den letzten Jahren beim Lesen so fasziniert.
Ich hatte auch schon den einen oder anderen Gedanken daran verschwendet darüber nachzusinnen, was ich alles anders machen würde, könnte ich wie Jeff mein Leben nochmals leben. Nach diesem Buch werde ich die Vergangenheit ruhen lassen und mich lieber voller Optimismus meiner Zukunft widmen.

 

Fazit: Eine spannende Geschichte über scheinbar verpasste Chancen und den Sinn des Lebens. Die Zeitreise dient hierbei nur als Gerüst.


Morbide und Spaß dabei

Die Anbetung: Roman (German Edition) - Bernhard Kleinschmidt, Dean Koontz

Eigentlich bin ich mehr oder weniger durch Zufall auf dieses Buch gestoßen. Nachdem ich vor ein paar Jahren „Mitternacht“ von Dean Koontz mit Begeisterung gelesen habe, wollte ich den ansteigenden Außentemperaturen mit etwas Frösteln vom Meister des Horrors entgegenwirken.
Leider konnte mir dieses Buch den gewünschten Gruseleffekt nicht geben. Dies bedeutet aber nicht, dass ich mich nicht gute unterhalten gefühlt hätte. Ich hatte lediglich eine andere Vorstellung davon was mich erwartet.

 

Inhalt: Die Geschichte handelt von Odd Thomas (So lautet auch der Titel des englischen Originals. Leider hat hier die deutsche Übersetzung wieder gnadenlos und vollkommen sinnfrei zugeschlagen) der uns in der Ich-Form an einem Tag in seinem Leben teilhaben lässt.
Odd bedeutet auf deutsch soviel wie merkwürdig oder seltsam, und diesem Namen wird er auch gerecht. So besitzt der talentierte Grillkoch eines Schnellrestaurants das einzigartige Talent Tote zu sehen und auch mit leichten Einschränkungen mit ihnen zu interagieren. Die Toten reden zwar nicht mit Odd (Sie reden grundsätzlich nicht) sind aber, für ihn zumindest körperlich vorhanden. Meist bitten die Toten unseren Helden (stumm) darum bei der Aufklärung ihres Todes zu helfen oder die jetzt nutzlos gewordene Hülle ihrer physischen Existenz zu finden. (Hier drängt sich natürlich ein Vergleich mit „The 6th Sense“ oder „Ghost Whisperer“ auf, wobei letzt genannte Serie erst ein Jahr nach dem Buch erschien.)
Weiterhin ist Odd dazu in der Lage schwarze Geisterwesen, die eine Mischung zwischen Humanoiden und Hunden zu sein scheinen, von ihm als Bodachs bezeichnet, wahrzunehmen. Diese tauchen immer dann auf, wenn irgendwelche Greultaten ins Haus stehen und verfolgen dann die Menschen die entweder etwas Schreckliches tun oder Opfer einer Gewalttat werden. Und genau darum geht es in diesem Buch, Odd beobachtet scharen von Bodachs und versucht dann in den folgenden Stunden herauszufinden was passieren wird um es dann zu verhindern.

Meine Meinung: Odd legt bei seiner Erzählung eine gehörige Portion schwarzen Humors an den Tag. Er wirkt unglaublich abgeklärt und scheint durch nichts aus der Ruhe zu bringen zu sein. (Eine natürliche Entwicklung wie man später anhand seiner Lebensgeschichte erfährt)
Da die wichtigsten Menschen in seinem Umfeld (Freundin, Chefin, Polizeichef …) von seiner besonderen Gabe wissen, entwickeln sich immer wieder witzige Situationen, die leider manchmal auch etwas zu konstruiert wirken. Außerdem erspart es dem Leser auch, die ansonsten bei solchen Geschichten immer wieder auftretende Überzeugungsarbeit des Helden gegenüber seinen unwissenden Mitmenschen.
Obwohl die ganze Geschichte nicht wirklich super spannend rüberkommt, ist man trotzdem immer wieder dazu verleitet noch ein paar Seiten weiter zu lesen. Es macht einfach so viel Spaß den morbiden Wortwechsel und Gedanken von Odd zu lauschen, dass die eigentliche Handlung schon fast zur Nebensache wird. Man sollte aber trotzdem keine lustige Geschichte erwarten.
Der aufmerksame Leser wird auch recht frühzeitig dahinter kommen welche überraschende Wendung der Autor am Ende des Buches für uns vorbereitet hat.
Ich für meinen Teil bin mir sicher, dass sich die Wege von Odd und mir nochmals kreuzen werden. Schließlich hat er ja schon 4 weitere Abenteuer bestanden.

 

Fazit: Lockere Unterhaltung für Liebhaber des schwarzen Humors.

Ein "echter" Thriller

Tag der Sühne: Thriller - R.J. Ellory

Als ich mir den Klappentext zu diesem Buch durchgelesen habe, dachte ich zuerst: "Naja, der nächste Thriller um einen Serienkiller".

Und eigentlich ist es das ja auch. Eigentlich.

 

INHALT: Es geht im Wesentlichen um einen Serienkiller, der um zu beweisen wie clever er ist, Morde von alten Serienkillern an den jeweiligen Jahrestagen kopiert.

Daher auch der englishe Titel - "The anniversary Man". (Mich würde man interessiern ob die deutschen Titel ausgewürfelt werden oder wie die "Übersetztungen" als sonst zustande kommen.)

Auf jeden Fall kommt die Polizei nur durch einen Hinweis einer Tageszeitung darauf, dass mehrere Morde die in New York innerhalb weniger Wochen in unterschiedlichen Bezirken der Stadt verübt worden sind, die gleichen Charaktristika aufweisen wie zum Teil Jahrzehnte zurückliegende Morde von Serienkillen und somit auf eine Serie schließen lassen. Für die Entdeckung der Gemeinsamkeiten verantwortlich, stellt sich ein Mitarbeiter der Zeitung heraus, der vor 20 Jahren den Angriff eines Serienkillers überlebt hat. Da er sich seit dem Trauma des Überfalls mit dem Phänomän Serienkiller auseinandergsetz hat und bedingt durch sein fast photographisches Gedächtnis hilft er der Polizei bei den Ermittlungen.

 

Anders als die anderen viel gehypten Thrillern die sonst den Büchermarkt überschwemmen, versucht dieses Buch nicht durch die kranken Gewaltorgien des Killers Spannung zu erzeugen.

Auch gibt es keinen Profiler, der aus der Art wie der Mörder seine Leiche ablegt schließt, dass dieser Bettnäßer ist oder keinen Forensiker der anhand von DNA einer Kackerlake den Tatort aufspüren kann.

Der Ermittler der Polizei ist eher ein durchschnittlicher Typ, der die Leitung des Falles durch Zufall statt seiner besonderen Fähigkeiten erhält.

Es geht in diesem Krimi um Menschen und um sehr viel Polizeiarbeit.

Und obwohl (oder WEIL) auf die ganzen Klischees verzichtet wird, kommt ein sehr spannender und vor allem ein glaubwürdiger Thriller zustande. Ich denke auch wenn der Täter in diesem Buch fiktiv ist, so ist alles Andere sehr nahe an der Realität.

 

FAZIT: Normalerweise hätte ich diesem Werk volle 5 Sterne zugestanden, wenn nicht der unglückliche Schluss wäre.

Während des ganzen Buches bleiben die Handlungen der einzelnen Akteure absolut logisch und glaubwürdig. Man kann nach einiger Zeit mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit vorhersehen wie ein bestimmter Charakter reagieren wird.

Leider werden die wichtigsten Personen zum Finale hin anscheinend einer Gehirnwäsche unterzogen, denn anders sind die Reaktionen der Protagonisten echt nicht zu erklären.

Aus diesem Grund zieh ich einen halben Punkt ab.

 

Wer packende UND realistische Unterhaltung liebt solle hier zuschlagen.

Wer allerdings den Unterhaltungswert eines Buches an der Menge des vergossenen Blutes mißt oder auf Charaktere mit "übernatürlichen" Fähigkeiten steht sollte lieber die Finger weglassen.

 

Die Arena - Stephen King

Stephen King in seiner alten Form. Eines der besten Bücher die ich je von ihm gelesen habe.